Am Abend des 13. Mai 2027 wird in Gelsenkirchen ein Fußballstadion zur Eishalle. Um 20:20 Uhr trifft die deutsche Nationalmannschaft in der Veltins-Arena auf die Schweiz, und damit beginnt eine Weltmeisterschaft, die für das deutsche Eishockey mehr bedeutet als die meisten Turniere im Ausland. Heimspiele füllen Hallen, Heimspiele füllen aber auch Sendeplätze, und bei dieser WM teilen sich gleich drei Anbieter die Übertragung.
Für den Auftakt ist die Senderfrage bereits beantwortet. Weil die deutsche Mannschaft beteiligt ist, fällt das Eröffnungsspiel unter das bestätigte Free-TV-Paket von ProSieben und Joyn. Ein Donnerstagabend um 20:20 Uhr ist dazu ein klassischer Primetime-Termin, und die Arena, sonst Heimat des FC Schalke 04, bietet eine Kulisse, wie sie eine Eishockeyhalle nicht erreicht.
Die gute Nachricht vorweg: Die wichtigsten Spiele laufen frei empfangbar. Die weniger gute: Wer wirklich jede Partie sehen will, braucht einen Streamingzugang, und die bestätigten Angaben zum genauen Umfang sind bei den Streamingdiensten dünner als beim Free-TV.
Die Rechte im Überblick
Drei Namen tauchen in allen verlässlichen Quellen auf. Ihr Verhältnis zueinander ist etwas verschachtelt, denn nicht jeder hat seine Rechte direkt vom Weltverband IIHF.
| Anbieter | Art | Umfang laut Quelle | Status |
|---|---|---|---|
| ProSieben, ProSieben MAXX, Joyn, ran.de | Free-TV und kostenloser Stream | Spiele mit deutscher Beteiligung, weitere Vorrundenspiele, Viertelfinals, beide Halbfinals, Spiel um Platz 3, Finale | bestätigt (Senderplattform ran.joyn.de) |
| MagentaSport (Telekom) | Bezahlangebot | Sublizenz der DOSB New Media für die Weltmeisterschaften 2024 bis 2028 | bestätigt (Telekom-Mitteilung) |
| SPORTEUROPE.TV | Stream | Primärrechteinhaber der IIHF-WM bis 2028, verlängert bis 2031 | bestätigt (Pressemitteilung) |
Wichtig ist die letzte Zeile. SPORTEUROPE.TV, die Streamingplattform der DOSB New Media, die zuvor unter dem Namen Sportdeutschland.TV auftrat, hält die Rechte an der Weltmeisterschaft in Deutschland im Kern. Belegt ist, dass von dort eine Sublizenz an MagentaSport für den Bezahlbereich ging. ProSieben tritt als Partner für das frei empfangbare Fernsehen auf, die Vertragsdetails dazu sind nicht veröffentlicht.
Sport1, über Jahre mit Eishockey verbunden, hat keine WM-Rechte mehr. Wer aus Gewohnheit dort sucht, wird im Mai 2027 nicht fündig.
Primärrecht und Sublizenz, kurz erklärt
Bei großen Sportereignissen verkauft der Veranstalter die Rechte für ein Land häufig an einen einzigen Partner. Dieser Primärrechteinhaber darf die Rechte selbst nutzen oder Teile davon weiterverkaufen, etwa an einen Fernsehsender mit großer Reichweite oder an einen Bezahldienst mit treuer Kundschaft. Für den Veranstalter ist das bequem, weil er nur einen Vertragspartner hat. Für Zuschauer entsteht daraus das bekannte Bild mehrerer Anbieter mit überlappenden Angeboten.
Bei der Eishockey-WM ist diese Kette gut dokumentiert. Das ist nicht selbstverständlich, bei anderen Turnieren bleibt oft unklar, wer wem welche Rechte abgegeben hat.
ProSieben und Joyn: was frei empfangbar läuft
Den größten Teil des Publikums erreicht die WM über ProSieben. Laut der senderseigenen Plattform ran.joyn.de, Stand 30. Mai 2026, umfasst das Paket:
- alle Spiele mit deutscher Beteiligung,
- weitere Vorrundenspiele ohne das DEB-Team,
- die Viertelfinals,
- beide Halbfinals,
- das Spiel um Platz drei,
- das Finale.
Das Programm verteilt sich auf ProSieben und den Schwestersender ProSieben MAXX. Parallel stehen die Spiele im Stream bei Joyn und auf ran.de bereit. Welche Partie auf welchem der beiden Fernsehkanäle läuft, ist noch nicht veröffentlicht. Bei einer Weltmeisterschaft mit mehreren Spielen pro Tag an zwei Spielorten ist die Aufteilung auf zwei Sender aber naheliegend, damit Überschneidungen nicht zum Problem werden.
Die Übersichtsseite von ran wird die Sendeplanung vermutlich als erste zeigen. Sie wird hier übernommen, sobald sie feststeht.
Ein Punkt verdient einen zweiten Blick. „Weitere Vorrundenspiele“ ist eine offene Formulierung. Daraus folgt nicht, dass jede Partie der Vorrunde im Free-TV läuft. Wer sich etwa für ein Duell zweier skandinavischer Mannschaften am Nachmittag interessiert, sollte davon ausgehen, dass dieses Spiel möglicherweise nur im Stream zu sehen ist.
MagentaSport und SPORTEUROPE.TV: der Weg zu allen Spielen
Für die übrigen Partien kommen die Streamingangebote ins Spiel. Beide sind bestätigt, doch die Quellen verraten weniger über den Umfang als beim Free-TV.
MagentaSport hat laut Mitteilung der Telekom aus dem Mai 2024 eine Sublizenz der DOSB New Media für die Weltmeisterschaften von 2024 bis 2028 erworben. Die WM 2027 fällt in diesen Zeitraum. MagentaSport ist ein Bezahlangebot der Telekom, das auch ohne Telekom-Internetanschluss gebucht werden kann.
SPORTEUROPE.TV ist als Primärrechteinhaber der Ausgangspunkt der gesamten Rechtekette. Die Plattform hat die IIHF-Weltmeisterschaften bis 2028 unter Vertrag und diese Laufzeit bis 2031 verlängert.
Welche Spiele genau bei welchem der beiden Dienste laufen, ob beide jede Partie anbieten und was ein Zugang zur WM kosten wird, geht aus den vorliegenden Mitteilungen nicht hervor. Deshalb stehen hier weder Preis noch Spielzahl. Vor dem Turnier lohnt ein Blick auf die Angebotsseiten beider Plattformen.
Spielorte und Turnierplan
Das Turnier ist auf zwei feste Standorte verteilt, dazu kommt der Auftakt auf Schalke.
- Gelsenkirchen, Veltins-Arena: nur das Eröffnungsspiel am 13. Mai 2027, Deutschland gegen die Schweiz, 20:20 Uhr.
- Mannheim, SAP Arena: Gruppe A mit der deutschen Mannschaft.
- Düsseldorf, PSD BANK DOME: Gruppe B, die Halbfinals, das Spiel um Platz drei und das Finale.
Der offizielle Turnierzeitraum laut IIHF reicht vom 14. bis zum 30. Mai 2027. Das Eröffnungsspiel liegt einen Tag davor und ist damit so etwas wie ein Prolog. Die Entscheidung für eine Fußballarena hat einen einfachen Grund: Eine Eishockeyhalle fasst nur einen Bruchteil der Zuschauer, die in ein Fußballstadion passen. Die Meldung der IIHF zur Bestätigung des Eröffnungsspiels nennt die Details.
Die Schweiz als erster Gegner ist kein Zufallslos ohne Bedeutung. Die beiden Nachbarn sind sich in den vergangenen Jahren bei großen Turnieren regelmäßig begegnet, und für Zuschauer auf beiden Seiten der Grenze gehört dieses Duell zu den bekanntesten im europäischen Eishockey.
Der Modus folgt dem, was bei Eishockey-Weltmeisterschaften seit Jahren üblich ist. In zwei Vorrundengruppen spielt jede Mannschaft gegen jede, die besten vier jeder Gruppe erreichen das Viertelfinale. Danach geht es im K.-o.-System weiter bis zum Endspiel am Sonntag, dem 30. Mai 2027.
Die beiden Hallen
Die SAP Arena in Mannheim und der PSD BANK DOME in Düsseldorf sind im Alltag die Heimspielstätten zweier Klubs der Deutschen Eishockey Liga, der Adler Mannheim und der Düsseldorfer EG. Beide Hallen sind also für Eishockey gebaut und für Fernsehproduktionen eingerichtet. Die Kameraleute kennen die Perspektiven, die Techniker die Leitungen. Für das Bild auf dem Bildschirm ist das ein Vorteil gegenüber Turnieren in Mehrzweckhallen, die erst für wenige Wochen umgerüstet werden.
Anders liegt der Fall in Gelsenkirchen. Ein Eishockeyspiel in einem Fußballstadion verlangt eine eigens aufgebaute Eisfläche und eine Kameraführung, die mit viel größeren Abständen zum Spielfeld arbeitet. Die Bilder aus der Veltins-Arena werden sich deshalb vermutlich von denen aus Mannheim und Düsseldorf unterscheiden, mit mehr Totalen und einer Kulisse, die man bei Eishockey sonst selten sieht.
Rund um Pfingsten und Fronleichnam: der Kalender der WM
Beim Blick in den Kalender fällt etwas auf, das die Einschaltquoten beeinflussen dürfte. Die Weltmeisterschaft überspannt zwei Feiertagsblöcke.
Pfingstmontag fällt 2027 auf den 17. Mai, also in die erste Turnierwoche. Fronleichnam liegt auf Donnerstag, dem 27. Mai, und damit mitten in der K.-o.-Phase. Fronleichnam ist sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Baden-Württemberg gesetzlicher Feiertag. Beide Spielorte liegen in diesen Ländern, Düsseldorf in NRW und Mannheim in Baden-Württemberg. Viele Menschen in der Region werden an diesem Donnerstag frei haben und womöglich einen Brückentag anhängen.
Für Zuschauer vor dem Fernseher heißt das: Nachmittagsspiele an diesen Tagen sind leichter zu verfolgen als an einem gewöhnlichen Werktag. Ob die Anstoßzeiten darauf Rücksicht nehmen, lässt sich erst sagen, wenn der vollständige Spielplan mit Uhrzeiten vorliegt.
Eine Zeitumrechnung entfällt diesmal übrigens vollständig. Alle Spiele finden in Deutschland statt, die angegebenen Anstoßzeiten gelten also direkt. Das klingt banal, erspart aber das Umrechnen, das bei Turnieren in anderen Zeitzonen nötig ist, wenn internationale Spielpläne in Ortszeit veröffentlicht werden.
Empfang: Kabel, Satellit, Antenne und Stream
ProSieben und ProSieben MAXX sind frei empfangbare Privatsender. Über Kabel und Satellit in SD-Qualität sind sie ohne Zusatzkosten verfügbar, für die HD-Fassung verlangen die Plattformen je nach Empfangsweg ein Zusatzpaket. Bei der Antenne gilt eine Besonderheit: Über DVB-T2 HD werden Privatsender verschlüsselt verbreitet, der Empfang läuft über das kostenpflichtige Angebot freenet TV.
Wer diese Hürden umgehen will, nutzt den Stream bei Joyn. Die App läuft auf Smart-TVs, Streaming-Sticks und Mobilgeräten und ist in der Basisversion kostenlos. Welche Empfangswege an Ihrem Wohnort funktionieren, klärt der Empfangscheck. Mehr über Streaming-Apps der Sender steht auf der Seite zu den Mediatheken.
Ein Hinweis für alle, die Fernseher und Smartphone gleichzeitig nutzen: Streams laufen technisch bedingt meist einige Sekunden hinter dem klassischen Fernsehsignal. Wer das Spiel über Joyn verfolgt und parallel eine Ergebnis-App mit Push-Nachrichten geöffnet hat, erfährt von einem Tor womöglich, bevor der Puck im Bild die Linie überquert. Wer das vermeiden will, schaltet die Benachrichtigungen während der Übertragung ab.
Gelsenkirchen grenzt unmittelbar an den Kreis Recklinghausen. Für Eishockeyfans aus dem nördlichen Ruhrgebiet und dem Münsterland ist das Eröffnungsspiel damit fast ein Heimspiel im Wortsinn. Regionale Fernsehinformationen für diese Gegend stehen unter Kreis Recklinghausen und Münster.
Welches Angebot zu wem passt
Für die meisten Haushalte ist die Antwort einfach: ProSieben und Joyn genügen. Wer vor allem die deutsche Mannschaft sehen will und sich ab dem Viertelfinale für den Turnierausgang interessiert, bekommt alles Wesentliche frei empfangbar. Ein zusätzliches Abo lohnt sich dafür nicht.
Anders sieht es bei Fans aus, die das Turnier in voller Breite verfolgen wollen. Wer die Vorrundengruppen komplett im Blick behalten möchte, etwa um die Chancen der eigenen Mannschaft in der Tabelle einzuschätzen, braucht einen der Streamingdienste. Hier fällt die Wahl vermutlich nach bestehenden Verträgen: Wer MagentaTV oder MagentaSport ohnehin nutzt, schaut zuerst dort nach. Wer keinen Telekom-Bezug hat, beginnt bei SPORTEUROPE.TV als Primärrechteinhaber.
Eine Empfehlung zu einem bestimmten Bezahlangebot folgt erst, wenn die Anbieter Umfang und Preis veröffentlicht haben. Ohne diese Angaben wäre jede Rangliste geraten. Sobald die Details vorliegen, werden die beiden Streamingdienste an dieser Stelle verglichen, nach Spielumfang, Bildqualität und Vertragslaufzeit, also nach den drei Punkten, die für ein Turnier von gut zwei Wochen tatsächlich zählen. Ein Jahresabo für eine Weltmeisterschaft abzuschließen, die Ende Mai vorbei ist, ergibt für die wenigsten Zuschauer Sinn.
Ein Sonderfall sind Zuschauer, die Eishockey vor allem als Hintergrund laufen lassen. Für sie ist der lineare Kanal ideal, weil ProSieben oder ProSieben MAXX einfach durchläuft, ohne dass man eine App öffnen oder sich anmelden muss.
Was bis Mai 2027 noch passiert
Offen sind zum Stand dieser Seite noch der vollständige Spielplan mit Uhrzeiten, die Verteilung der Partien auf ProSieben und ProSieben MAXX sowie die genauen Angebote von MagentaSport und SPORTEUROPE.TV. Sobald diese Daten veröffentlicht sind, werden sie hier und im Wochenprogramm ergänzt.
Wer sich bis dahin auf den Winter einstimmen will, findet in der Übersicht WM im TV die Titelkämpfe, die vorher anstehen. Auch die Handball-WM 2027 im Januar wird in Deutschland ausgetragen, und ihre Free-TV-Rechte liegen gleichfalls bei ProSiebenSat.1.
Ein Detail zum Schluss, das bei Eishockey im Fernsehen gern übersehen wird: Die Sendezeit eines Spiels ist deutlich länger als die reine Spielzeit von dreimal 20 Minuten. Mit den beiden Drittelpausen, Unterbrechungen und einer möglichen Verlängerung sollten Sie für eine Live-Übertragung grob zweieinhalb Stunden einplanen, bei einem Penaltyschießen auch mehr.
