Biathlon gehört zu den wenigen Sportarten, bei denen sich deutsche Zuschauer um die Rechtefrage keine Gedanken machen müssen. Kurz vor dieser Aktualisierung, am 18. September 2026, meldete zdfheute, dass die öffentlich-rechtlichen Sender Biathlon langfristig im Programm behalten. Der Vertrag zwischen der Europäischen Rundfunkunion EBU und dem Weltverband IBU läuft bis in die Saison 2033/34 und umfasst sämtliche Weltmeisterschaften. Die WM 2027 in Estland ist also gesichert, und zwar im frei empfangbaren Fernsehen.
Interessanter als das Ob ist deshalb das Wie. Zwei Sender teilen sich ein Ereignis, das über knapp zwei Wochen läuft, dazu kommen Livestreams, Mediatheken und eine kleine Zeitverschiebung, die gern unterschätzt wird.
Otepää, Estland: Termin laut IBU-Kalender
Die Weltmeisterschaft findet in Otepää statt, einem Wintersportort im Süden Estlands. Der Kalender des Weltverbands nennt den 10. Februar 2027, einen Mittwoch, als ersten Wettkampftag. Die letzte Entscheidung fällt am Sonntag, dem 21. Februar 2027.
Wer verschiedene Quellen vergleicht, stößt auf abweichende Angaben. Einige Übersichten nennen den 8. oder 9. Februar als Beginn. Wahrscheinlich ist damit der Rahmen der Veranstaltung gemeint, also Eröffnung, Anreise der Teams und Trainingstage. Für die Frage, ab wann Rennen im Fernsehen laufen, ist der IBU-Kalender die maßgebliche Quelle, und auf ihn stützt sich diese Seite.
Für das Fernsehbild spielt der Ort eine größere Rolle, als man denkt. Biathlon wird an Strecken produziert, die sich durch Wald und Hügel ziehen, mit festen Kamerapositionen am Schießstand, an den Anstiegen und im Zielbereich. Wie flüssig eine Übertragung wirkt, hängt davon ab, wie gut diese Positionen verteilt sind und wie schnell die Regie zwischen Strecke und Schießstand wechseln kann.
Rechte bis 2033/34: warum das Erste und das ZDF sicher sind
Die Rechte an Biathlon-Weltmeisterschaften vergibt die IBU nicht einzeln an jeden Sender, sondern über die Europäische Rundfunkunion. Die EBU ist der Zusammenschluss öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten in Europa, ARD und ZDF sind Mitglieder. Schließt die EBU einen Vertrag mit einem Sportverband, können die Mitgliedssender die Rechte in ihrem Land nutzen.
Für die WM 2027 heißt das konkret:
- Das Erste und das ZDF übertragen live im Fernsehen.
- Beide Sender bieten parallel Livestreams an, die ARD über sportschau.de, das ZDF über zdf.de.
- Die Aufteilung der Wettkampftage zwischen den beiden Sendern ist noch nicht veröffentlicht (Stand 23.09.2026).
Die laufende Vereinbarung mit der IBU reicht bis 2033/34. Damit sind neben Otepää auch die folgenden Weltmeisterschaften der nächsten Jahre abgedeckt, und zwar ausnahmslos. Wer sich für den langfristigen Rahmen interessiert, findet die Meldung vom 18. September 2026 bei zdfheute.
Nebenbei zeigt der Fall, wie stark der Wintersport im öffentlich-rechtlichen Fernsehen an solchen Rahmenverträgen hängt. Auch bei der Leichtathletik liegen die WM-Rechte bei der EBU, dort ist die konkrete Sendeplanung von ARD und ZDF für Peking 2027 allerdings nur gemeldet und nicht bestätigt. Die Einzelheiten stehen auf der Seite zur Leichtathletik-WM. Beim Biathlon ist die Lage klarer, weil die Sender selbst die Verlängerung bekannt gemacht haben.
Und Eurosport?
Hier lässt sich weniger sagen. In vergangenen Wintern war Biathlon oft parallel bei Eurosport zu sehen. Für die Weltmeisterschaft 2027 liegt keine Meldung vor, weder vom Sender noch vom Verband. Eine Übertragung bei Eurosport ist daher nicht bestätigt (Stand 23.09.2026).
Das ist kein Grund zur Sorge, weil die frei empfangbare Abdeckung vollständig über ARD und ZDF gesichert ist. Eurosport wäre für die meisten Haushalte nur eine Alternative mit anderem Kommentatorenteam, keine Voraussetzung, um die Rennen zu sehen.
Wie ARD und ZDF sich Biathlon üblicherweise aufteilen
Wer im Winter regelmäßig Biathlon schaut, kennt das Muster. Im Weltcup wechseln sich die beiden Sender in der Regel wochenweise ab: Eine Station läuft komplett im Ersten, die nächste im ZDF. Das hat praktische Gründe, denn jedes Haus schickt ein eigenes Team mit Reporterinnen, Experten und Technik an die Strecke.
Bei Weltmeisterschaften sieht die Aufteilung meist anders aus. Statt ganzer Wochen wechseln die Sender häufig von Wettkampftag zu Wettkampftag. An einem Tag liegt die Federführung beim Ersten, am nächsten beim ZDF. Beide Häuser sind dann während des gesamten Turniers vor Ort präsent, was sich auch in Vorberichten, Interviews und Zusammenfassungen zeigt.
Ob es 2027 genau so läuft, steht noch nicht fest. ARD und ZDF haben den Sendeplan für Otepää nicht veröffentlicht. Diese Seite nennt deshalb keine Zuordnung einzelner Rennen zu einem Sender, und auf solche Angaben aus inoffiziellen Quellen sollte man sich nicht verlassen, solange die Sender selbst sie nicht bestätigen.
Einen Nebeneffekt der Rotation sollten Sie kennen: Wer die Rennen über die App eines Senders verfolgt, muss an manchen Tagen umschalten. Die Sportschau-App zeigt in der Regel nur das Programm der ARD, die ZDF-App nur das eigene. Der Wechsel zwischen den beiden Mediatheken kostet ein paar Sekunden, ist aber an einem WM-Wochenende mit zwei Rennen am Tag schnell vergessen. Ein Blick ins Wochenprogramm hilft, wenn die Sendepläne veröffentlicht sind.
Das Programm einer Biathlon-WM in groben Zügen
Eine Weltmeisterschaft im Biathlon besteht aus Einzelrennen und Staffeln, jeweils für Frauen und Männer, ergänzt um gemischte Wettbewerbe. Die genaue Reihenfolge der Rennen in Otepää steht im IBU-Kalender. Hier die Formate, wie sie im Fernsehen zu sehen sind:
- Einzel: der klassische Langstreckenwettbewerb mit vier Schießeinlagen. Jeder Fehlschuss kostet eine Strafminute auf die Laufzeit, was das Rennen zur reinen Präzisionsprüfung macht.
- Sprint: kürzere Distanz, zwei Schießeinlagen, für jeden Fehler eine Strafrunde. Der Sprint bestimmt die Startreihenfolge der Verfolgung.
- Verfolgung: Die Athletinnen und Athleten starten mit den Abständen aus dem Sprint. Wer als Erster ins Ziel kommt, gewinnt, was dieses Rennen für Zuschauer besonders verständlich macht.
- Massenstart: Alle starten gleichzeitig, das Teilnehmerfeld ist begrenzt. Gerade am letzten Schießstand fallen hier oft die Entscheidungen.
- Staffeln: Neben den klassischen Staffeln der Frauen und Männer gibt es die Mixed-Staffel und die Single-Mixed-Staffel, bei der jeweils eine Frau und ein Mann im Wechsel laufen.
Die Staffelrennen sind für viele Zuschauer die Höhepunkte einer Weltmeisterschaft, weil eine Nation gemeinsam antritt und sich Führungswechsel bis zur letzten Runde ziehen können. Im Fernsehen sieht man bei Staffeln zudem die Nachlader, drei Ersatzpatronen pro Schießeinlage, die Athleten einzeln per Hand nachladen müssen. Ein kleines Detail mit großer Wirkung für die Spannung.
Welche deutschen Athletinnen und Athleten nominiert werden, entscheidet der Deutsche Skiverband im Laufe des Winters. Namen und Chancen nennt diese Seite deshalb nicht.
Was eine WM-Übertragung vom Weltcup-Sonntag unterscheidet
Ein gewöhnliches Weltcup-Wochenende im Fernsehen folgt einem eingespielten Takt: Vorbericht, Rennen, kurze Analyse, dann weiter im Programm. Bei einer Weltmeisterschaft wird dieser Rahmen breiter. Die Sender reservieren längere Sendestrecken, schalten eher ins Stadion und bleiben nach dem Zieleinlauf länger dran, weil Blumenzeremonie, Interviews und Medaillenvergabe dazugehören.
Hinzu kommt, dass an einem WM-Tag oft zwei Rennen stattfinden, eines der Frauen und eines der Männer. Das Erste oder das ZDF überträgt dann in der Regel beide in einer durchgehenden Sportsendung, unterbrochen von Nachrichten. Für die Planung am Nachmittag heißt das: Wer sich für ein bestimmtes Rennen interessiert, sollte nicht mit dem Beginn der Sendung rechnen, sondern mit dem Startschuss, der im Sendeplan gesondert ausgewiesen wird.
Eine praktische Brücke zwischen Fernseher und Internet ist HbbTV, der sogenannte Red Button. Viele Smart-TVs mit Antennen-, Kabel- oder Satellitenempfang können darüber direkt aus dem laufenden Programm in die Mediathek des Senders wechseln. Bei großen Sportereignissen bieten ARD und ZDF dort häufig zusätzliche Inhalte an, etwa Wiederholungen des Vormittagsrennens oder Zusammenfassungen. Ob Ihr Gerät HbbTV unterstützt, steht in der Bedienungsanleitung, meist genügt ein Druck auf die rote Taste der Fernbedienung.
Ein Wort zum Geld: Für die Übertragungen im Ersten und im ZDF fällt außer dem Rundfunkbeitrag von 18,36 € im Monat nichts an. Es gibt kein Zusatzpaket, keinen Aufpreis für HD bei den öffentlich-rechtlichen Programmen und keine Registrierungspflicht für die Livestreams. Das unterscheidet die Biathlon-WM deutlich von Fußball- oder Handballturnieren, bei denen ein Teil der Spiele hinter einem Abo liegt.
Eine Stunde voraus: Zeitzone und Startzeiten
Estland liegt in der Osteuropäischen Zeitzone. Im Februar ist es in Otepää eine Stunde später als in Deutschland. Das klingt harmlos und ist es meistens auch, sorgt aber regelmäßig für Verwirrung.
Startlisten und Ergebnisdienste arbeiten oft mit der Ortszeit des Austragungsorts. Steht dort 15 Uhr, beginnt das Rennen in Deutschland um 14 Uhr. Die Sender geben ihre Programmzeiten dagegen selbstverständlich in deutscher Zeit an. Wer beide Angaben nebeneinander sieht, sollte kurz nachrechnen, bevor er sich eine Erinnerung einrichtet.
Für Mitteleuropa ist diese Stunde fast ein Geschenk. Wettkämpfe, die in Estland am späten Nachmittag oder frühen Abend stattfinden, landen in Deutschland zu einer Uhrzeit, zu der viele Menschen bereits von der Arbeit zurück sind. Bei Weltmeisterschaften in Nordamerika oder Asien sähe das ganz anders aus.
Konkrete Startzeiten für Otepää hat die IBU zum Stand dieser Seite nicht in einer Form veröffentlicht, die sich hier belastbar wiedergeben ließe. Sobald die Rennzeiten und die Sendepläne feststehen, werden sie nachgetragen.
Was sich bis Februar noch klären muss
Fünf Punkte sind zum Stand dieser Seite offen. Sie entscheiden darüber, wie Sie Ihre WM-Tage planen:
- der Sendeplan von ARD und ZDF mit der Zuordnung der Wettkampftage,
- die genauen Startzeiten der Rennen in Otepää,
- die Frage, ob Eurosport parallel überträgt,
- die Aufstellung des deutschen Teams durch den Deutschen Skiverband,
- der Umfang zusätzlicher Streams, etwa einzelner Kameraperspektiven.
Erfahrungsgemäß veröffentlichen die Sender ihre Planung für eine Weltmeisterschaft einige Wochen vor Beginn, wenn der Weltcup-Kalender des Winters feststeht und die Programmplätze im Februar vergeben sind. Bis dahin bleibt diese Seite beim bestätigten Grundgerüst: ARD und ZDF übertragen, und zwar frei empfangbar.
Empfang: vom Wohnzimmer bis zur Skihütte
Weil die WM frei empfangbar läuft, genügt jeder übliche Empfangsweg. Das gilt auch für Haushalte mit älteren Geräten, solange der Fernseher die HD-Programme von ARD und ZDF empfangen kann, was bei Kabel und Satellit seit Jahren Standard ist. Das Erste und das ZDF gibt es über Kabel, Satellit, DVB-T2 HD und IPTV. Die öffentlich-rechtlichen Programme sind bei DVB-T2 HD unverschlüsselt, zusätzliche Gebühren über den Rundfunkbeitrag hinaus fallen nicht an.
Im ländlichen Raum lohnt sich ein Blick auf die Antennenversorgung. In Teilen des Münsterlands hängt die Qualität des DVB-T2-Empfangs stark von Lage und Antennenhöhe ab, besonders in Randlagen der Kreise. Hinweise für die Region finden Sie in den Übersichten für den Kreis Steinfurt und den Kreis Kleve, eine Prüfung nach Wohnort bietet der Empfangscheck.
Unterwegs funktionieren die Livestreams auf Smartphone und Tablet. Wer im Februar selbst im Skiurlaub ist, zum Beispiel in Österreich oder Italien, kann die Streams von ARD und ZDF innerhalb der EU grundsätzlich weiter nutzen. Einzelne Sportübertragungen sind aus lizenzrechtlichen Gründen allerdings geografisch beschränkt. Ob das für die WM 2027 gilt, hängt vom EBU-Vertrag ab, dessen Details nicht öffentlich sind. Mehr zum Thema steht im Ratgeber zum deutschen Fernsehen im Ausland.
Weitere Titelkämpfe des Winters, von der Handball-WM im Januar bis zu den Ski-Weltmeisterschaften, sammelt die Übersicht WM im TV.
Ein letzter Hinweis für alle, die Rennen in der Mediathek nachschauen: Beide Sender stellen bei Weltmeisterschaften üblicherweise vollständige Rennen zum Abruf bereit, nicht nur Zusammenfassungen. Wer ein Sprintrennen am Nachmittag verpasst, findet es abends meist in voller Länge wieder, allerdings nur in der Mediathek des Senders, der an diesem Tag übertragen hat.
