Um die geplanten Atommülltransporte aus dem Brennelemente-Zwischenlager Ahaus in die russische Anlage Majak herrschte Anfang Dezember 2010 weiter Unklarheit. Ein dafür nötiges Abkommen zwischen Deutschland und Russland wurde am Mittwoch nicht unterzeichnet.
Vorgesehen waren drei Transporte mit insgesamt 951 Brennstäben. Ein Sprecher des Landesinnenministeriums erklärte, die Vorbereitungen seien bereits seit Längerem eingestellt, in diesem Jahr werde nicht mehr transportiert. Die zuständige Polizei in Münster erhielt dazu einen Erlass. Als Gründe nannte das Ministerium vor allem Sicherheitsbedenken und den Widerstand der Bundesländer, über deren Häfen die Behälter ursprünglich verschifft werden sollten.
Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ hielt das Hin und Her für ein Manöver, mit dem Proteste möglichst klein gehalten werden sollten. Sie verwies darauf, dass bei der Ahauser Polizei am selben Mittwoch Sammelkäfige für Festgenommene angeliefert worden seien. Der Ministeriumssprecher hatte davon keine Kenntnis und hielt eine ältere Bestellung für möglich.
Majak zählt zu den am stärksten radioaktiv belasteten Gegenden der Welt. Im Zwischenlager Ahaus stehen seit 2005 die 18 Castor-Behälter, um deren Abtransport es ging.
Kurzfassung der Meldung vom 02.12.2010
