Die Nacht ist noch jung

Im Pflegeheim Münsters St. Lamberti – The Evening Club – gibt es eine lange Tradition guter Tage. Und in diesem Jahr feierten die Bewohner mit allen Mitarbeitern ihr 25-jähriges Bestehen des Clubs.

Seit 25 Jahren üben Bewohner und Mitarbeiter des Pflegeheims St. Lamberti in Münster tägliche Abendveranstaltungen zum Spielen, Lauschen und Genießen. Laut dem Pflegedienstleiter und Ideengeber Reinhold van Weegen sind solche Abendveranstaltungen zu einem wichtigen lokalen Brauch geworden, der dazu beiträgt, den Tag für alle Beteiligten auf hohem Niveau zu beenden.

Die Bewohner sind immer pünktlich und wollen neben Rollstühlen und Rollen auch jedes Mal am selben Platz Platz nehmen. Der Raum ertrinkt in warmem, gedämpftem Licht und einer gemütlichen Atmosphäre, während der Gastgeber jeden Gast mit seinem Namen begrüßt. Eine der ersten, die ankommt, ist Gisela Mölleck – eine 92-jährige Stammgast im Evening Club, die zu einem festen Bestandteil ihres Alltags geworden ist und nicht ohne sie beginnt.

Jedes Clubtreffen und jede Clubaktivität wird von einem anderen Gastgeber aus dem Personal des Pflegeheims sowie von Freiwilligen aus dem Gemeinwesen durchgeführt und kuratiert. Sie reichen im Alter und Hintergrund von 19-jährigen Schülern, die eine Gruppe leiten wollen, bis hin zu 74-jährigen Veteranen im Ruhestand, die nur eine gute Zeit haben. Da jeder Gastgeber so vielfältig ist, bringt er etwas Besonderes mit sich, um den Zeitablauf zwischen 19:30 und 20:45 Uhr für die Bewohner der St. Lamberti so angenehm und interessant wie möglich zu gestalten.

Laut Gisela ist sie abends immer müde, aber eine gute Nachtruhe ist in ihrem Alter eine schwere Aufgabe. Wenn es nicht für den Evening Club gäbe, würden die Senioren das Ende des Tages damit verbringen, fernzusehen, höchstwahrscheinlich allein, sagt sie. Das ist genau das Dilemma, das van Weegen versucht zu verhindern.Die Idee und das erste Treffen wurden vor 25 Jahren mit dem Nachtschichtpersonal und van Weegen selbst begonnen. Bewohner, die abends nicht schlafen konnten, wurden eingeladen, sich in einem Zimmer mit einer Nachtschwester im Zentrum zu treffen. Aus diesem Bestreben entstanden regelmäßig solche Treffen, die dann immer mehr erweitert und mit Lebensfreude erfüllt wurden.

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